Brand der Kögerlalm

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Kurz vor 01:00 Uhr gingen in der LAWZ Salzburg mehrere Notrufe ein, dass im Bereich Kögerlalm (Lend) ein Brand ausgebrochen sei. Daraufhin wurden die zuständigen Feuerwehren Lend und Embach von der LAWZ Salzburg alarmiert. Bereits beim Abrücken zum Einsatzort wurde über den Einsatzleiter Lend die Nachalarmierung der Feuerwehr Dorfgastein befohlen.

Die Kögerlalm in Lend ist ein beliebtes Ausflugsziel für Wanderer und Touristen. Die Zufahrt zur Alm ist jedoch nur über Dorfgastein, über den Ortsteil Unterberg, möglich. Direkte Möglichkeiten zur Wasserversorgung sind in diesem Gebiet keine Vorhanden. Die nächstgelegenen Wasserentnahmestellen befinden sich einige Kilometer entfernt von der Alm.
Die Feuerwehr Dorfgastein wurde um 01:11 mittels Sirene, Rufempfänger und SMS zum Brandeinsatz auf die Kögerlalm alarmiert. Um 01:14 rückte Rüstlösch Dorfgastein mit 1:7 zum Einsatzort aus. Bereits bei der Anfahrt war ein heller Flammenschein im Bereich Kögerlalm zu erkennen. Nach Absprache mit dem Einsatzleiter Lend, wurden die Tanklöschfahrzeuge der Feuerwehren Bad Hofgastein und Bad Gastein für den Pendelverkehr angefordert. Weiters wurden drei größere Güllefässer für den Pendelverkehr herangezogen.
Beim Eintreffen von Rüstlösch Lend wurde der Funkspruch : „Kögerlalm in Vollbrand“ abgesetzt. Kurz danach traf Rüstlösch Dorfgastein am Einsatzort ein. Lage am Einsatzort: „Die Kögerlalm stand in Vollbrand. Beim angrenzenden Wiesenhang war eine Rauchentwicklung wahrnehmbar. Weiters drohten die Flammen auf den benachbarten Stall überzugreifen und im südlichen Bereich der Alm lagerten zwei Gasflaschen“. Die Priorität wurde vorerst auf das benachbarte Stallgebäude, auf die zwei Gasflaschen und auf das bedrohte Hangstück gelegt. Die Rauchentwicklung beim Wiesenhang konnte rasch mittels C- Rohr unter Kontrolle gebracht werden. Die Gasflaschen wurde vorerst aus sicherer Entfernung mittels Fernthermometer beobachtet und kontrolliert. Zur Kühlung stand in der Erstphase ein C- Rohr bereit.
Ein großes Problem stellte das benachbarte Stallgebäude dar. Aufgrund der Tatsache, dass in der Erstphase nur knappe 4.000 l Wasser für die Brandbekämpfung zur Verfügung standen, musste das Löschwasser gezielt und nur für die notwendigsten Massnahmen eingesetzt werden. Im Bereich des Dachgiebels entwickelten sich aufgrund der enormen Hitze vom Brand bereits erste Dämpfe. Vereinzelt waren bereits kleine Glutnester erkennbar. Mit zwei C- Rohren konnte das Übergreifen der Flammen auf den Stall aber vorerst verhindert werden. Um 02:36 meldete der Einsatzleiter Lend: „Stallgebäude kann gehalten werden“.
Die Lage im Bereich der Gasflaschen stellte sich in weiterer Folge als nicht gefährlich heraus, da die Gasflaschen bereits kontrolliert ausgebrannt waren. Das C- Rohr für die Kühlung der Gasflaschen wurde zum Brandschutz für das Stallgebäude abgezogen.
In der Zwischenzeit richtete Pumpe2 Dorfgastein eine Saugstelle für die Befüllung der Tanklöschfahrzeuge im Bereich der Auffahrt zur Kögerlalm ein. Zur Unterstützung des Pendelverkehrs wurde in weiterer Folge das Tanklöschfahrzeug der Feuerwehr Taxenbach nachgefordert. Im Einsatz beim Pendelverkehr standen: TLF Bad Gastein, TLF Bad Hofgastein, TLF Embach und TLF Taxenbach. Weiters waren 3 Traktoren mit Güllefässern mit einem Gesamtinhalt von ca. 12.000 l Wasser im Einsatz.
Nach dem Aufbau des Pendelverkehrs konnte schließlich eine gezielte Brandbekämpfung der Kögerlalm durchgeführt werden. Im Löscheinsatz standen dabei 5 C- Rohre, und ein HD- Rohr. Die Alm selbst war jedoch nicht mehr zu retten. Sie brannte gänzlich bis auf die Grundmauern nieder.
Die Löschmaßnahmen wurden bis ca. 06:00 Uhr durchgeführt, danach waren nur mehr kleinere Nachlöscharbeiten notwendig. Die Einsatzkräfte der Feuerwehren konnten nach und nach abrücken. Die letzten Kräfte der Feuerwehr Dorfgastein rückten um 07:30 Uhr ins Feuerwehrhaus Dorfgastein ein. Aufgrund der massiven Materialschlacht dauerten die Reinigungs- und Wartungsarbeiten noch bis 09:30 an.
Um kurz vor Mittag wurde die Feuerwehr Dorfgastein von der Feuerwehr Lend erneut zur Unterstützung bei den Nachlöscharbeiten gerufen. Durch den auffachenden Wind wurden die Glutnester wieder stark angeheizt worauf die Feuerwehr Dorfgastein mit RLF und KLF zur Kögerlalm ausrückte. Für die Nachlöscharbeiten wurde wieder ein Pendelverkehr mit Tanklöschfahrzeugen aufgebaut. Zur Unterstützung wurde weiters ein 6.000l Güllefass herangezogen. Gegen 17:00 Uhr konnten schließlich alle Glutnester gelöscht werden und die Feuerwehr Dorfgastein rückte ins Feuerwehrhaus ein.
Der Einsatz stellte die Einsatzkräfte von Beginn an vor schwierige Probleme. Die schlechte Wasserversorgung in diesem Gebiet war das Hauptproblem, welches erst durch die Errichtung eines Pendelverkehrs erfolgreich bewältigt werden konnte. Durch den beherzten und engagierten Einsatz der Einsatzkräfte, konnte zumindest das Stallgebäude vor dem Brand geschützt und der Schaden minimiert werden. Die perfekte Zusammenarbeit der eingesetzten Feuerwehren sollte hier besonders hervorgehoben werden.

Bilder FF Bad Gastein >>

Bericht ORF Salzburg >>

Einsatzdaten:

Beginn: 01:10 Uhr
Ende: 17:45 Uhr
Mannschaftsstärke:
FF Dorfgastein: 36 Mann
FF Lend: 16 Mann
FF Embach: 21 Mann
FF Bad Hofgastein: 27 Mann
FF Bad Gastein: 14 Mann
FF Taxenbach: 12 Mann
FF Zell am See: 2 Mann

Eingesetzte Fahrzeuge:

RLFA 2000; KLF; KLFA

Einsatzleiter:

FF Dorfgastein: OBI Burgschwaiger Georg
FF Lend: OBI Kössler Willi

 

 

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