+++ Einsatz: Massives Unwetter erfordert Großeinsatz +++

Am Abend des 5. August erreichte eine Gewitterfront mit Starkregen, Hagel und starken Windböen unser Gemeindegebiet. Die Folgen dieses Unwetters waren starke Schäden im Bereich der Infrastruktur. Trotz der hohen materiellen Schäden waren glücklicherweise keine Personenschäden zu beklagen.

Alles begann mit einem heftigen Unwetter am Abend des 5. August. Gegen 19:40 erfolgte die erste Alarmierung der Feuerwehr Dorfgastein zu Auspumparbeiten. In weiterer Folge folgten Alarmmeldungen zu überfluteten Kellern und Murenabgängen. Im Bereich des Liftparkplatzes war zu Beginn ein richtiger Sturzbach, welcher bis ins Ortszentrum reichte und einiges an Geröll mit sich brachte, zu bändigen und in die Abläufe leiten. Rasch konnte ein Erfolg sichergestellt werden. Eine Gruppe wurde in den Ortsteil Unterberg beordert. Auch hier waren überflutete Keller gemeldet.

Kurz darauf folgte eine Alarmmeldung aus dem Bereich Mühlbach, dass dieser über die Ufer zu treten drohe. Eine weitere Gruppe wurde schließlich Richtung Mühlbach beordert. Dort angekommen stellte sich folgende Lage dar: Der Mühlbach war im ca. 300 m oberhalb der Einmündung in die Gasteiner Ache im Bereich Tourismusverband über die Ufer getreten. Der Bereich war großflächig und massiv vermurt. Die Gasteiner Bundesstraße war nicht passierbar und somit auch die Straßenverbindung ins Tal unterbrochen. Auch im oberen Bachlauf trat der Bach über die Ufer und riss zahlreiche Brücken weg. Teilweise wurden Keller vermurt und geparkte Fahrzeuge mitgerissen und stark beschädigt. Auch das Heizkraftwerk war vom Murenabgang betroffen: Die Frischwasserzuleitung zum Heizkessel wurde durch die Mure zerstört. Ebenso war die Hauptgasleitung ins Gasteinertal stark beschädigt. Zeitgleich kamen weitere Schadensmeldungen aus den Ortsteilen Maierhofen, Bergl und Unterberg herein.

Als erste Maßnahme wurde Bereich rund um den Tourismusverband abgesichert und Schaulustige aus dem Gefahrenbereich gebracht. Über die LAWZ Salzburg wurden die Feuerwehren Bad Gastein, Bad Hofgastein, Lend und Embach angefordert. Zusätzlich wurden schwere Geräte wie Bagger und Radlader organisiert. Um der Lage Herr zu werden wurden sofort zwei Einsatzabschnitte gebildet: Einsatzstellen Luggau und Maierhofen bildeten einen Einsatzabschnitt und wurde den Feuerwehren Lend und Embach zugewiesen. Das Schwergewicht wurde im Bereich Mühlbach gebildet. Hier galt es die Verkehrswege frei zu machen, weitere Schäden zu vermeiden und Schäden zu beheben.

Aufgrund des starken Murenschubs in die Gasteiner Ache kam es in weiterer Folge zu einer Aufstauung. Aufgrund des steigenden Pegels musste der Hochwasserschutz an der Gasteiner Ache aktiviert werden. Beim Heizkraftwerk musste ein Ersatz für die beschädigte Frischwasserleitung errichtet werden. Dazu wurde eine Zubringerleitung vom Unterdorf errichtet.

Vor allem die stark verstopften Kanäle bereiteten große Probleme bei den Aufräumarbeiten. Gegen 02:00 Uhr wurde die Mannschaft reduziert und gegen 04:00 Uhr der Einsatz vorübergehend beendet.

Am Morgen des 6. August wurde um 08:00 Uhr eine Begehung durchgeführt. Daraufhin wurden die Einsatzmannschaften eingeteilt. Kameraden aus Bad Hofgastein und Bad Gastein sowie schweres Gerät unterstützten uns dabei. Gegen Mittag entspannte sich die Situation sichtlich.

Gegen 15:00 Uhr setzte wieder starker Regen ein und im Bereich Mühlbach verschärfte sich die Situation dabei zunehmends. Zur Absicherung der Mannschaften in den Sperren, welche die Entleerung durchführten, wurden Sicherungsposten aufgestellt. Dabei wurden im Zuge einer Kontrolle Wanderer entdeckt, welchen der Weg ins Tal aufgrund der Vermurung versperrt war. Unverzüglich wurde eine Rettungsmannschaft via Bergbahn zur Mittelstation und anschließend mit einem PKW weiter ins betroffene Gebiet entsendet. Zusätzlich wurde die Bergrettungsstelle Dorfgastein alarmiert. Die Wanderer konnten schließlich unversehrt ins Tal gebracht werden.

Am späten Nachmittag schlug die Hochwasseralarmgrenze in Bad Hofgastein aufgrund starker Niederschläge an. Durch den rasanten Anstieg in sehr kurzer Zeit wurde der Hochwasserschutz unverzüglich in voller Stärke aktiviert, einzig die Bundesstraße blieb für den Verkehr offen. Der Pegel der Ache stieg weiter stetig an. Aufgrund der starken Beschädigung des Fäkalienhauptkanals kam es schließlich auch zu einer Aufstauung in diesem Bereich. Mit den vorhandenen Pumpen war das Wasser nicht mehr wegzubringen. Daher wurde die Hochleistungspumpe St. Johann sowie der Hochwasseranhänger Bad Hofgastein angefordert. Mit diesen Pumpen konnte die Problematik gelöst werden. Der Pegel der Gasteiner Ache blieb aber weiterhin hoch.

Gleichzeitig verschärfte sich auch die Situation bei der Einmündung im Bereich Mühlbach. Aufgrund des hohen Pegels an der Gasteiner Ache staute sich nun der Mühlbach zurück und ein weiteres Austreten des Baches drohte. Daraufhin wurde nochmals ein massiver Einsatz von schweren Geräten gestartet: Mit insgesamt 8 Baggern und 5 Traktoren wurde die Lage bewältigt. Zur Sicherung wurden provisorische Dämme errichtet. Hier halfen auch die Anrainer stark mit. Bis 04:00 Uhr dauerte dieser Einsatz an.

Mit großen Engagement und eisernem Durchhaltevermögen konnten schließlich alle Einsätze abgearbeitet werden. Am Montag ging es schließlich noch für einen Teil der Mannschaft ans große Aufräumen an den eigenen Gerätschaften. Zwischendurch unterstützen wir auch immer wieder bei den Aufräumarbeiten. Gemeinsam mit einem Vertreter der Wildbach- und Lawinenverbauung wurde die Situation am Berg unterhalb des Schuhflickers bewertet. Daraufhin wurde die Einteilung der Baggerarbeiten mit dem Hauptaugenmerk auf das Entleeren der Murensperren festgelegt. Gegen 18:30 Uhr war dann schließlich Schluss. Alle Fahrzeuge und Geräte waren wieder versorgt, aufgrüstet und gereinigt.

Am Dienstag waren weitere Reinigungsarbeiten im Feuerwehrhaus erforderlich. Ebenso wurde die Notwendigkeit der Pumparbeiten der HLPA St. Johann mit dem Reinhalteverband Gastein abgestimmt. Zur Sicherung der stark gefährdeten Objekte im Bereich Mühlbach wurde ein Radlader organisiert, welcher die Errichtung eines Schutzdamms durchführte. Die Baggerarbeiten in den Sperren sowie im Bereich Mühlbacheinmündung wurden auch wieder fortgesetzt.

Einsatzdaten:

Samstagabend:
Beginn: 5.8.: 19:42 Uhr
Ende: 6.8.: 04:00 Uhr
FF Dorfgastein: 45 Personen
FF Bad Hofgastein: 42 Personen
FF Bad Gastein: 34 Personen
FF Lend: 17 Personen
LZ Embach: 19 Personen

Sonntag:
Beginn: 6.8.: 08:00
Ende: 7.8.: 06:00
FF Dorfgastein: 45 Personen
FF Bad Hofgastein: 38 Personen
FF Bad Gastein: 27 Personen

Montag:
Beginn: 7.8.: 08:00
Ende: 7.8.: 18:30
FF Dorfgastein: 22 Personen

Eingesetzte Fahrzeuge Gesamt:
FF Dorfgastein: RLF-A 2000, LFA, KLF
FF Bad Hofgastein: KDOF, RLF-A 2000, LFB, KLF, VF, HWA
FF Bad Gastein: VF, KLFA, KLF, TLF-A 3000
FF Lend: MTF, RLF-A 2000, KLFA
LZ Embach: MTF, TLF-A 3000, LFA
FF St. Johann: VFA, HLPA

Einsatzleiter:
FF Dorfgastein: OFK OBI Kritzer Albin

 

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